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  • Kriminalität in 3D - Second Life

    Nachdem in den letzten Monaten doch einige Fortschritte bei der Verredlichung des Internetzes zu beobachten waren, gibt es allerdings seit geraumer Zeit einen neuen Horror im Netz. Gemeint ist das in vielen Medien erwähnte und dadurch auch bei deutschen Nichtsnutzen populär gewordene "Zweite Leben" (Second Life).

    Es handelt sich dabei um eine stümperhaft zusammengezimmerte 3D-Welt, von den Erfindern ins Leben gerufen, um lichtscheuen Elementen einen Spielplatz zu erschaffen und daran eine Unmenge Geld zu verdienen. Es bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, daß gerade vernachläßigte Kinder und Jugendliche sich magisch zu diesem virtuellen Müllhaufen hingezogen fühlen. Nicht selten werden dabei die Kreditkarten der ahnungslosen Eltern mißbraucht, da von Seiten der Betreiber zurzeit keinerlei besonderer Zugangsschutz installiert ist.

    Netzwacht hat weder Kosten noch Mühen gescheut und ist in "Second Life" eingedrungen, um dieses Machwerk schonungslos zu enttarnen und auf die sehr realen Gefahren hinzuweisen. Was unsere Agenten erleben mußten, als sie unerkannt wirklich alle Ecken dieses Spektakels durchleuchteten, übertraf ihre ohnehin schon pessimistischen Erwartungen in kolossaler Weise.

    Eigentlich war geplant, einen Bericht mit einigen Bildern zu erstellen, allerdings sind die Bilder einfach nicht zumutbar und Netzwacht würde sich in vielen Fällen selber strafbar machen, wenn diese Sauereien öffentlich zur Schau gestellt würden.

    Es sind die ekelhaftesten Perversionen, die bodenlosesten Frechheiten und die schamlosesten Lügen denen man auf Schritt und Tritt begegnet. Hier näher ins Detail zu gehen, ist einfach unmöglich, das verbietet sich von selbst. Sieht man sich anfangs oberflächlich in "Second Life" um, so trifft man erst einmal auf harmlos anmutende, lächerlich aufgetakelte Personen scheinbar jungen Alters. Selbst ein pensionierter Sittenstrolch rennt hier noch als junges Mädchen aufreizend mit dem virtuellen Hinterteil wackelnd unentdeckt herum. Es dauert allerdings nicht lange und es läuft einem ein nackter Mann über den Weg, mit deutlich erkennbarem Zeichen seiner sexuellen Erregung. Man kann sich noch glücklich schätzen, von so jemandem nicht angesprochen zu werden.

    Die deutschen Medien berichteten bereits, daß "Second Life" nicht zuletzt ein Hort für Kinder- und Tierschänder ist. Die Netzwacht-Agenten konnten sich davon überzeugen, wie unkompliziert es ist, aus Pixeln zusammengestoppelte Tiere und Kinder zum Zwecke des abartigsten Mißbrauchs zu erwerben. Auch eine gigantische Auswahl an Folterwerkzeugen wird in diversen Läden ohne jede Scheu zum Kauf angeboten. Da hilft es wenig, wenn zahlreiche Landbesitzer den Vorbeiziehenden Fahnen mit empörten Rufen nach Verbot von Kinderpornografie um die Ohren knallen.

    In das Zweite Leben werden absichtlich minderbegabte Personen mit der Aussicht reales Geld verdienen zu können gelockt. Tatsächlich soll das von den zig Millionen angemeldeten Nutzern schon einer geschafft haben, neben den Verursachern und Besitzern der dreidimensionalen Irrenanstalt natürlich.

    Seien Sie dringend davor gewarnt diese sündhafte 3D-Welt zu betreten, Sie würden mit einem Bein bereits im Gefängnis stehen. Und schützen Sie vor allem Ihre Kinder vor diesem Strudel aus Gewalt und Abartigkeit!

    Netzwacht ist momentan dabei einen Katalog mit Forderungen an die Betreiber zu erarbeiten. Er wird unter anderem deutlich machen, daß Netzwacht es für unverzichtbar hält, Personen unter 35 Jahren den Zugang zu verwehren, daß eine allgemeine Ausweispflicht in "Second Life" eingeführt wird und jede Person einen Avatar (so werden die künstlichen Wesen genannt, mit denen die Nutzer der ruinösen Scheinwelt dahinvegetieren) entsprechend ihrem Alter zugewiesen bekommt. Es ist doch eine irrwitzige Idee, die Nutzer sich selbst nach Belieben in ihrem Aussehen verändern zu lassen. Damit sind ja diese ganzen üblen Täuschungen und Verbrechen erst möglich. Denken wir an das Vermummungsverbot bei öffentlichen Ansammlungen, ähnliches muß auch für das Internetz gelten. Außerdem sollten keine frei erfundenen Namen benutzt werden dürfen. Wozu hat denn jeder Mensch bereits einen Namen?

    Netzwacht in SL

    ©netzwacht.net 06.2007


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